FAQs
1. Was ist SELMA?
SELMA steht für „Selbstbestimmt Leben mit Assistenz“. Es ist ein neues Unterstützungsmodell der Lebenshilfe Tirol. Ziel ist, dass Menschen mit Behinderungen so leben können, wie sie es möchten – mit der passenden individuellen Hilfe und nicht mehr in großen, starren Wohnformen.
2. Warum wurde SELMA entwickelt?
Viele Menschen mit Behinderungen haben heute keine echte Wahl, wie und wo sie leben. SELMA will das ändern. Es setzt auf individuelle Unterstützung statt auf starre Wohnformen. Grundlage sind die UN-Behindertenrechtskonvention und das Tiroler Teilhabegesetz.
3. Was bedeutet "Deinstitutionalisierung"?
Das heißt: weg von Heimen und Einrichtungen – hin zu einem Leben in der eigenen Wohnung mit Unterstützung. Menschen sollen nicht mehr in Gruppen untergebracht werden, sondern selbst entscheiden, wie sie wohnen möchten.
4. Was ist das Ziel von SELMA?
Alle Menschen mit Behinderungen sollen ein Leben führen können, das ihren Wünschen entspricht. Sie sollen selbst bestimmen, wo, wie und mit wem sie wohnen – und wer sie dabei unterstützt.
5. Was ist das "Persönliche Team"?
Das Persönliche Team ist zentral für die Begleitung im Alltag. Essen und Trinken, Körperpflege, Freizeit, Kontakt zu Nachbar:innen, Kolleg:innen oder Freund:innen, Partnerschaften, Sexualität, Bildung, Sport, Besuch bei Ärzt:innen, Therapien und vieles mehr – das Persönliche Team unterstützt in allen Lebensbereichen. Es vereinbart und organisiert die Begleitung auf Augenhöhe. Die begleitete Person ist Expert:in in eigener Sache. Sie stellt das Persönliche Team zusammen und leitet die Assistent:innen an. Bei Bedarf können z.B. Personen mit Lernschwierigkeiten eine Person auswählen, die sie bei Entscheidungen und beim Anleiten des Teams unterstützt.
6. Welche Rolle spielen Angehörige?
Angehörige bleiben wichtige Bezugspersonen. Sie können bei der Organisation der Unterstützung helfen, müssen aber nicht alles allein stemmen. SELMA will Angehörige entlasten und professionelle Hilfe besser zugänglich machen.
7. Was passiert mit den bisherigen Wohnangeboten?
Bis es SELMA gibt, bleibt alles gleich. Jeder Mensch wird so weiterbegleitet wie bisher. Wenn es SELMA dann gibt, dann können wir eine Begleitung anbieten, die wirklich an den persönlichen Bedarf abgestimmt ist.
8. Wie funktoniert die Unterstützung im Alltag?
Die Unterstützung wird individuell geplant. Sie kann alle Lebensbereiche umfassen: Wohnen, Pflege, Freizeit, Arbeit, soziale Kontakte. Wichtig ist: Die Person bestimmt mit, was sie braucht und wie sie begleitet werden möchte.
9. Was ist, wenn jemand viel Pflege braucht?
Auch Menschen mit hohem Pflegebedarf können mit SELMA in der eigenen Wohnung leben . Dafür wird Fachpflege in das Modell eingebunden – entweder durch die Lebenshilfe oder andere Pflegedienste.
10. Was ist mit Menschen, die nicht alles selbst organisieren können?
Auch Menschen mit Lernschwierigkeiten oder hohem Unterstützungsbedarf sollen SELMA nutzen können. Sie bekommen, wenn nötig und gewünscht, Hilfe bei der Organisation und Anleitung ihrer Assistent:innen – z. B. durch Mentor:innen.
11. Wie wird die Unterstützung finanziert?
Die Finanzierung erfolgt über bestehende Leistungen der Behindertenhilfe. Es braucht aber neue Regeln, damit z. B. auch Nachtbereitschaft oder zusätzliche Wohnkosten abgedeckt werden können.
12. Wie kann ich als Angehöriger SELMA unterstützen?
Informieren Sie sich, sprechen Sie mit uns in der Lebenshilfe Tirol, bringen Sie Ihre Erfahrungen ein. SELMA lebt vom Mitmachen – auch von Angehörigen, die ihre Perspektive einbringen und den Wandel mitgestalten.